Der Rhein

Vom Strom zur Insel

Der Rhein prägt Erfelden seit Jahrhunderten – als Lebensader, Grenze und Gestalter der Landschaft. Mit der großen Rheinbegradigung von 1828/29 veränderte sich alles: Aus der alten Rheinschleife entstand der Kühkopf, heute ein einzigartiges Naturparadies, in dem Erfeldens Geschichte mit seltener Flora und Fauna weiterlebt.

Vom Strom zur Insel

Die Rhein­regulierung in Erfelden

Mit der Rheinbegradigung von 1828/29 begann für Erfelden eine neue Epoche. Der mächtige Fluss, der über Jahrhunderte Leben spendete und zugleich Zerstörung brachte, wurde unter der Leitung des badischen Ingenieurs Johann Gottfried Tulla in ein festes Bett gezwungen. Ziel war es, die gefährlichen Überschwemmungen einzudämmen und den Schiffsverkehr zu verbessern. Bei Erfelden schnitt man den Rheinlauf durch – ein technisches Meisterstück, das den Strom von seiner alten Schleife trennte.

Was einst eine weitläufige Flusslandschaft mit verzweigten Armen war, wurde zu einer neuen Landschaftsform: Die alte Rheinschleife verwandelte sich in den sogenannten Kühkopf, der fortan als Insel zwischen Altrhein und Neurhein lag. Für die Menschen in Erfelden bedeutete dieser Eingriff zugleich Verlust und Aufbruch – die vertraute Flusslandschaft veränderte sich radikal, doch brachte die Regulierung auch Schutz und wirtschaftliche Chancen. Noch heute lässt sich am Verlauf des Altrheins ablesen, wo der Rhein einst floss und wie tiefgreifend dieses Werk das Gesicht der Region prägte.

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          Naturschutz­gebiet Kühkopf

          Auf der einst vom Rhein abgeschnittenen Schleife entstand im Laufe der Zeit eine der wertvollsten Auenlandschaften Mitteleuropas: das heutige Naturschutzgebiet Kühkopf-Knoblochsaue. Hier lebt die Natur in einem selten gewordenen Gleichgewicht. Mächtige Hartholzauen mit Eschen, Ulmen und Eichen wechseln sich ab mit stillen Wasserarmen, Wiesen und Schilfgürteln. Über 250 Vogelarten finden hier Brutplätze und Rastgebiete – vom Eisvogel bis zum Seeadler.

          Auch am Boden herrscht Vielfalt: Frösche und Ringelnattern teilen sich die Feuchtgebiete mit Wildschweinen, Rehen und seltenen Hirschkäfern. Im Frühjahr überziehen wilde Orchideen die Lichtungen, während im Herbst die Weidenwälder im Morgennebel leuchten. Der Kühkopf ist ein lebendiges Zeugnis dafür, wie sich die Natur verlorenes Terrain zurückerobert. Zwischen Altrhein und Neurhein zeigt sich, dass aus dem technischen Eingriff von einst ein Ort voller Leben, Klang und Bewegung entstanden ist – ein Refugium, das Erfeldens Geschichte mit der Kraft der Natur verbindet.

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